ZUGFeRD 2.0: Die nächste Stufe der hybriden Rechnung

PDF Association staff // June 4, 2019

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Das Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) hat im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung (AWV) am 11. März 2019, fast vier Jahre nach Erscheinen der Spezifikation für den Zentralen User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland (ZUGFeRD) 1.0, die Nachfolgeversion ZUGFeRD 2.0 veröffentlicht. Der hybride Charakter der Rechnung, also ein PDF/A-Dokument mit der visuellen Darstellung plus eine eingebettete XML-Datei mit den maschinenlesbaren Daten, blieb dabei unverändert.

Nachdem die Umsetzung von ZUGFeRD 1.0 in der Wirtschaft seit der Erstveröffentlichung stetig vorangegangen ist, hat sich die elektronische Rechnung zwischenzeitlich auch in anderen Bereichen etabliert. So wurden durch die EU-eInvoice-Initiative alle Mitgliedsländer verpflichtet, im öffentlichen Bereich (B2G) bis spätestens 2020 elektronische Rechnungen zu akzeptieren, sofern sie der europäischen Norm EN16931 entsprechen. Genau diese Norm erlaubt die Abbildung der Rechnungsdaten gemäß den Syntaxen von UN/CEFACT Cross Industry Invoice und UBL 2.1. Diese Mehrsprachigkeit ist der historischen Nutzung dieser beiden Syntaxen in verschiedenen Mitgliedsländern geschuldet. Dabei beschreibt EN16931 kein hybrides Rechnungsformat, sondern konzentriert sich ausschließlich auf das Datenmodell, die Geschäftsregeln und die XML-Syntax. Allerdings sind für den Transport der elektronischen Rechnung mehrere Varianten möglich. Hierzu gibt es keine festen Vorgaben. So ist auch die Verpackung als hybrides Rechnungsdokument durchaus möglich und wird sogar explizit als Variante dargestellt.

An dieser Stelle ist es notwendig zu betonen, dass EN16931 nur für elektronische Rechnungen an öffentliche Stellen verbindlich ist. Welcher Standard im B2B-Bereich eingesetzt wird, obliegt voll und ganz dem Markt. Hier hat ZUGFeRD insbesondere mit der neuen Version 2.0 gute Karten. Während die wesentlichen Bestandteile eines ZUGFeRD-Dokuments, wie PDF/A-3-Sichtrechnung, XMP-ZUGFeRD-Metadaten, eingebettete ZUGFeRD-XML-Datei und ggf. weitere rechnungsbegleitende Dokumente, die eingebettet sind, erhalten blieben, hat sich die Syntax der XML-Datei leicht verändert und setzt bei ZUGFeRD 2.0 auf dem aktuellen Cross-Industry-Invoice-Standard in Version D16B auf. Diese an sich kleine Änderung führt dazu, dass ein ZUGFeRD 1.0 und 2.0 XML zwar semantisch, aber nicht mehr syntaktisch kompatibel sind. Nur ZUGFeRD 2.0 im Profil EN16931 erfüllt wiederum die Anforderungen der öffentlichen Hand nach EN16931-Konformität. Genau das war auch einer der Gründe, die neue 2.0-Version herauszubringen.

ZUGFeRD 2.0 steht auch für den ersten einheitlichen französisch-deutschen eRechnungsstandard. Selbst wenn der Standard in Frankreich statt ZUGFeRD nun Factur-x lautet, so basieren doch beide auf der exakt identischen Spezifikation und werden gemeinsam im Verbund von Forum National de la Facture Elektronique et des Marchés Publics Electroniques (FNFE-MPE) in Frankreich bzw. vom FeRD in Deutschland gepflegt und weiterentwickelt. Damit ist das Konzept der hybriden Rechnung mit PDF/A-3 als Träger bei den französischen Nachbarn voll aufgegangen und erfährt sowohl im Markt als auch in den Behörden großen Zuspruch. Weitere Länder wie Österreich, Portugal und die Schweiz planen die Unterstützung der hybriden Rechnung in ihren Systemen oder haben dies bereits realisiert.

Bernd Wild, Vorstandsmitglied der PDF Association, fasst zusammen: „Die Version 2.0 stärkt weiter die Position von ZUGFeRD. Die Vorteile liegen in PDF/A-3 als Trägerformat begründet, das die problemlose Einbindbarkeit rechnungsbegleitender Unterlagen, die Archivstabilität sowie die visuelle Verarbeitbarkeit elektronischer Rechnungen ermöglicht.“


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