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Olaf Drümmer

Olaf Drümmer is founder and managing director of callas software, a Berlin/Germany based company specializing in PDF analysis and processing, and of axaio software, developer of software extensions for Adobe Indesign and QuarkXPress. In addition he has been actively involved in the development of PDF standards within ISO since 1999.
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Barrierefreiheit zentrales Thema auf der Deutschen Publishing Konferenz 2012


Mit weit über 150 Teilnehmern war die Deutsche Publishing Konferenz 2012 vom 27.-28. April 2012 in München ein Riesenerfolg. Neben tagesaktuellen Themen wie der neuen Adobe Creative Suite 6 und dem Tablet-Publishing standen zwei Themenbereiche besonders hoch im Kurs: Produktivität im Alltag erhöhen durch Scripting, GREP und Automation einerseits sowie strukturiertes Publishing, EPUB und Barrierefreiheit andererseits.

Markus Erle, wertewerk, und Olaf Drümmer, callas software/axaio software, auf der Deutschen Publishing Konferenz 2012
Markus Erle, wertewerk, und Olaf Drümmer, callas software/axaio software, auf der Deutschen Publishing Konferenz 2012

 

Markus Erle, wertewerk, und Olaf Drümmer, callas software/axaio software, boten in zwei gut besuchten Vorträgen einen kurzweiligen Einstieg in das Thema barrierefreie Dokumente an sich sowie der Frage, wie man ganz konkret in Adobe InDesign von einem Layout zu einem barrierefreien PDF gelangt.

Barrierefreiheit: Eine Einführung

In seinem Vortrag »Barrierefreiheit: Eine Einführung — Barrieren im Leben · Barrieren im Kopf · Tags · Indesign · PDF« (hier klicken, um zur Video-Aufzeichnung des Vortrags zu gelangen) zeigte Olaf Drümmer auf, dass es noch viele andere und mindestens genauso weit verbreitete Barrieren neben vollständiger Blindheit gibt, und so manche Barriere entsteht eher durch Situationen, oder durch die Werkzeuge, die uns gerade zur Verfügung stehen. Weiterhin führte Olaf Drümmer einige Möglichkeiten vor, wie man beim Lesen von PDFs Barrieren überwinden kann, beispielsweise durch den kostenlosen OpenSource-Screenreader NVDA oder die kommerziell vertriebene Bildschirmlupe »ZoomText«. Hierbei wurde sehr deutlich, welche große Rolle das korrekte Anwenden von Tags für Überschriften, Listen oder Tabellen spielt. Weiterhin kann ein Screenreader nur dann sinnvoll vorlesen, wenn die Sprache, in der ein Text verfasst wurde, angegeben wird.

Durch die noch für Sommer 2012 erwartete Veröffentlichung von PDF/UA (ISO 14289-1) bewegt sich der Markt für barrierefreie PDF-Technologie derzeit sehr stark. Große Unternehmen wie Adobe oder Microsoft, genauso wie nicht ganz so große Firmen wie xyMedia, NetCentric oder axaio software arbeiten an stark verbesserten Produkten oder Funktionen für die Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente. Beeindruckend ist die Geschwindigkeit, mit der bei Verwendung passender Tools das Aufbereiten für Barrierefreiheit erledigt werden kann — Olaf Drümmer führte dies beispeilhaft als »speed tagging«mit dem derzeit im öffentlichen Beta-Test befindlichen MadeToTag von axaio software vor.

Barrierefreie PDFs aus Indesign erstellen

Wie man barrierefreie PDFs ganz konkret aus Indesign CS 5.5 oder CS 6 heraus erstellen kann, und auf welche Stolpersteine man hierbei achten muss, erläuterte Markus Erle, wertewerk, in seinem Vortrag »Barrierefreie PDFs aus InDesign effizient erstellen«. Die Anwesenden wirkten direkt mit, um einen Flyer der German UPA – der unabhängigen nationalen Vertretung der Usability Professionals’ Association – für den Export als barrierefreies PDF aufzubereiten. Schnell wurde deutlich, dass zahlreiche Fragen gar nicht immer so klar und eindeutig zu beantworten sind: Ob es sich um den Titel des Flyers oder eine Überschrift auf oberster Ebene handelt, hängt vom Einzelfall ab. Auch die Frage, wie man am besten einen Alternativtext für eine Abbildung formuliert, hat es in sich. Ganz allgemein kann man aber sagen: so knapp wie möglich, so ausführlich wie nötig, und vorzugsweise beschreibend statt interpretierend.

Ernüchternd ist die Tatsache, dass bislang auch beim Export aus den neuesten Indesign-Versionen in der Regel immer noch in Adobe Acrobat Pro nachgearbeitet werden muss. So ist es beispielsweise erforderlich, die Sprache des Dokuments in Acrobat Pro von Hand zu setzen, und es muss für alle Dokumentseiten aktiviert werden, dass für den barrierefreien Zugang der Struktur des tagged PDF-Dokumentes zu folgen ist. Lesezeichen lassen sich bereits in Indesign anlegen  – entweder auf mühsame Weise manuell oder über die Funktion »Inhaltsverzeichnis« – mitunter ist es einfacher, den PDF-TagRenamer von xyMedia einzusetzen, der weitere Details bei Bedarf auf Knopfdruck gleich mit erledigt.

Angeregte Diskussionen nach Markus Erles Vortrag »Barrierefreie PDFs aus Indesign«
Angeregte Diskussionen nach Markus Erles Vortrag »Barrierefreie PDFs aus Indesign«

Die Anwesenden hakten mit einer Reihe von Fragen nach, und auch nach dem Vortrag gab es noch angeregte Diskussionen.

Die beiden Vorträge stehen ab Anfang Mai 2012 als herunterladbare Präsentationen auf der Website der Deutschen Publishing-Konferenz 2012 bereit.


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Categories: Behörden, Menschen & Märkte, PDF/UA (Barrierefreiheit), Print & Publishing