Bedeutung des PDF/UA-Standards für Endanwender

PDF/UA kompakt

Assistive Technologien, PDF-Programme und das Dateiformat PDF werden durch das PDF/UA-Regelwerk optimal aufeinander abgestimmt, damit möglichst alle Menschen einen technisch gut unterstützten Zugang zu den Inhalten von PDF-Dokumenten erhalten. Vor allem Personen mit Behinderungen profitieren davon, denn sie greifen auf die digitalen Inhalte häufig mithilfe verschiedener assistiver Technologien zu, die auf die jeweilige Einschränkung abgestimmten Funktionen besitzen.

Bei eingeschränktem Sehvermögen oder eingeschränkter Motorik

Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen zum Beispiel nutzen je nach Ausprägung ihrer Beeinträchtigung einen größeren Bildschirm, eine individuelle Farb- und Schriftgrößeneinstellung oder eine intelligente Bildschirmlupe. Haben Personen ein sehr geringes Sehvermögen oder sind blind, verwenden sie einen sogenannten Screenreader mit Sprachausgabe und/oder eine Braillezeile zum Lesen von PDF-Dokumenten. Der Screenreader ist ein Programm, das auf dem Computer des Nutzers installiert ist und alle sichtbaren Inhalte in gesprochener Sprache wiedergibt. Zeitgleich erscheinen die Inhalte in einer Braillezeile auf einem Ausgabegeräte mit erhabenen und beweglichen Braillepunkten, sodass der Anwender auch haptisch Zugang hat.

Menschen, deren Motorik in Händen und Armen eingeschränkt ist, setzen unterschiedliche assistive Technologien ein, damit sie die vorhandenen Navigations- und Funktionsmöglichkeiten in PDF-Dokumenten nutzen können. Sie verwenden daher anstelle einer klassischen Computermaus eine Spezialmaus oder -tastatur bzw. eine Bildschirmtastatur. Je nach Schwere und Art der motorischen Behinderung und der persönlichen Neigung können weitere Eingabehilfen wie Spezialsensoren, Schalter und/oder Tastenkombinationen sowie Vergrößerungseinstellungen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus lassen sich Programme auch mittels Sprache und Spracherkennungssoftware oder mit Augenbewegungen und entsprechendem Eyegaze-System steuern.

Für Menschen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche

Personen mit Legasthenie lernen das Lesen nur äußerst schwer. Sie haben Schwierigkeiten, Textinhalte zu erfassen und zu verarbeiten. Assistive Technologien wie spezialisierte Screenreader können unterstützend eingesetzt werden. Sie lesen Inhalte vor und heben gleichzeitig die gelesenen Textpassagen auf dem Bildschirm hervor. Das gibt dem Lesenden Halt, erleichtert das Verstehen und hilft beim Verbessern der Lesefähigkeiten und der Beherrschung der Schriftsprache.

Lese- und Navigationskomfort auf mobilen Geräten

PDF/UA liefert die technische Voraussetzung, dass assistive Technologien über PDF/UA-konforme Programme uneingeschränkt mit PDF-Dokumenten interagieren können. Dadurch ergibt sich für Menschen mit Behinderungen ein hochwertiges Lese- und Navigations­erlebnis, sofern die angebotenen PDF-Dateien sowie die verwendeten assistiven Technologien und PDF-Programme standardkonform sind. Aber auch all jene, die beispielsweise PDF-­Dokumente auf mobilen Geräten lesen möchten, werden es begrüßen, wenn PDF-­Inhalte sich künftig der Bildschirmgröße lesefreundlich und automatisch anpassen, ohne dass die semantische Struktur leidet.

About PDF Association

Founded in 2006 as the PDF/A Competence Center, the PDF Association exists to promote the adoption and implementation of International Standards for PDF technology.

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