PDF/A und die anderen PDF-Standards

Aus: „PDF/A kompakt 2.0 – PDF für die Langzeitarchivierung“

Für eine ganze Reihe von Einsatzgebieten stehen spezielle ISO-Standards zur Verfügung, die auf dem Portable Document Format basieren.

PDF/X

„Prepress digital data exchange using PDF“ – seit 2001
ISO-Standard für die Druckindustrie

Bereits 2001 entwickelte eine ISO-Arbeitsgruppe einen PDF-Standard für die Druckvorstufe „ISO 15930“. Kunden schickten in dieser Zeit vor allem „offene Dateien“ aus Layout­programmen an die Druckereien. Bei dieser Arbeitsweise besteht aber immer die Gefahr, dass Schriften und Bilder fehlen. PDF/X ist in der Lage, all diese Probleme zu lösen und bietet außerdem den Vorteil, dank Farbmanagement verlässliche Farbinformationen mitzuliefern.

Die Kennung „X“ steht übrigens für „Exchange“, also „Austausch“, da PDF/X insbesondere auf den verlässlichen Datenaustausch abzielt. Inzwischen ist die Standardisierung bei den Versionen PDF/X-4 bzw. PDF/X-5 angelangt, die neuere Funktionen des PDF-Dateiformats berücksichtigen, zum Beispiel transparente Elemente und Bildkompression mit JPEG2000. PDF/X-5 unterstützt auch extern referenzierte Elemente.

PDF/A

„PDF Archive“ – seit 2005
Standardisierte Langzeitarchivierung mit PDF

Früh wurde auch das Potenzial von PDF als Basis für ein Standardformat für die Archivierung digitaler Dokumente erkannt. 2005 veröffentlichte die ISO den ersten Teil der PDF-Norm für die Langzeitarchivierung PDF/A.

PDF/E

„PDF Engineering“ – seit 2008
Konstruktionszeichnungen mit ggf. beweglichen 3D-Modellen

Dieser Standard ist seit 2008 als „ISO 24517“ in Kraft und eignet sich für Dokumente im Ingenieurswesen, zum Beispiel Konstruktionszeichnungen. Meist stammen die Ursprungsdaten aus CAD-Programmen für digitale Entwurfszeichnungen. PDF/E unterstützt die Anzeige von dreh- und ausklappbaren 3D-Objekten am Bildschirm, etwa mithilfe des kostenlosen Adobe Readers.

PDF

„Portable Document Format“ – seit 2008
Der ISO Standard entspricht PDF-Version 1.7

2008 wurde auch PDF selbst als „ISO 32000“ standardisiert. Grundlage war die zu dieser Zeit aktuelle PDF-Version 1.7. Damit ist PDF als offener Standard verfügbar. PDF 2.0 soll 2014 publiziert werden.

PDF/VT

„PDF for Variable Data and Transactional Printing“ – seit 2010
Einsatzgebiet: Variabler Datendruck

Bei PDF/VT handelt es sich um einen auf PDF/X-4 und PDF/X-5 aufbauenden Standard, der die Druckausgabe mit variablen Daten unterstützt. Veröffentlicht wurde er im August 2010. Die Abkürzung „VT“ steht für Variablen Datendruck und Transaktionsdruck. Darunter fallen beispielsweise Rechnungen und Werbedrucke mit personalisiertem Inhalt.

PDF/UA

„PDF for Universal Access“ – seit 2012
ISO-Standard für barrierefreie PDF-Dokumente

Der 2012 verabschiedete PDF-Standard PDF/UA (Universal Access für barrierefrei) er­möglicht den barrierefreien Zugang zu Inhalten in PDF-Dateien. Das ist unter anderem für Anwender mit Behinderungen wie etwa eingeschränkter Sehfähigkeit von Bedeutung. Damit Navigationshilfen, Vor­lese-Software oder Braille-Displays sämtliche Inhalte wie Text, Bilder und Grafiken gut verarbeiten können, ist vor allem eine schlüssige Struktur der Elemente im PDF wichtig.

PDF/UA greift bewährte Konzepte für Barrierefreiheit im Web auf und konkretisiert Anforderungen an die semantische Struktur in PDF-Dokumenten, die PDF/A in der Konformitätsstufe A bislang nur in sehr allgemeiner Form vorgibt. PDF/UA ermöglicht nicht nur Personen mit Einschränkungen einen bestmöglichen Zugang zu den Inhalten, sondern erleichtert auch die Nutzung auf mobilen Endgeräten oder unterstützt die flexible Weiterverwendung in anderen Präsentationsformen.

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About Alexandra Oettler

Alexandra Oettler ist (Co-) Autorin der Bücher PDF/A kompakt und PDF/A kompakt 2.0.

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