Newsletter Ausgabe 3: Mai 2008

Farbig oder nur bunt? PDF/A und verlässliche Farbdarstellung

Die Themenübersicht

 


Olaf DrümmerSehr geehrte PDF/A-Interessenten,

für mich persönlich gibt es dieses Jahr zwei herausragende Ereignisse: zum einen die erste Internationale PDF/A-Konferenz, die vom 10. bis 11. April 2008 mit sehr großem Erfolg in Amsterdam stattfand, zum anderen die Drupa vom 29. Mai bis 11. Juni in Düsseldorf – eine der weltweit größten Messen überhaupt, und mit Recht als Mekka der Druck- und Kommunikationsbranche bezeichnet.

Mit dem immer leistungsfähiger werdenden Instrumentarium digitaler und digital gesteuerter Kommunikation werden mehr Dokumente denn je zuvor erstellt und verteilt. In einer ruhigen Minute beschleicht einen mitunter die Frage: Wie stellt sich das, was heute vor Begeisterung unsere Augen leuchten lässt, in zehn oder zwanzig Jahren dar? Hat heutige Technologie dann auch den Charme eine WordStar- oder Lotus-123-Datei auf einer Floppy-Disk?

Schauen Sie doch zum Weiterdiskutieren mal auf dem PDF/A Competence Center-Stand auf der drupa in Halle 7, im drupa innovation parc, vorbei – es würde mich sehr freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen!

Olaf Drümmer
Vorstandsmitglied
PDF/A Competence Center


 

AKTUELL

1. Internationale PDF/A-Konferenz in Amsterdam: PDF/A auf hohem Niveau

Auf die 1. Internationalen PDF/A-Konferenz im Amsterdam Hilton-Hotel am 10. und 11. April 2008 kamen mehr als 200 Teilnehmer. Ihnen wurde in drei Tracks, die nach unterschiedliche Voraussetzungen und Schwerpunkten zusammengestellt waren, ein umfangreiches Programm geboten. Der Zuspruch der Teilnehmer in und nach den einzelnen Vorträgen bestätigten den hohen Anspruch, den sich das PDF/A Competence Center als Organisator mit dieser Veranstaltung gesetzt hatte.

Gekommen waren Teilnehmer aus fast allen europäischen Ländern, ein paar kamen sogar aus außereuropäischen Staaten. Ihnen wurden sowohl Einsteigervorträge als auch Präsentationen für Fortgeschrittene sowie für technisch orientierten Teilnehmer geboten und darüber hinaus eine Ausstellung mit 17 Firmen, die mit ihren Produkten PDF/A unterstützen.

Eine Reihe von sehr gut aufgenommenen Anwendervorträgen – darunter Airbus und das Europäische Patentamt – zeigte, dass dieses neue Langzeitarchivierungsformat inzwischen in einigen Firmen längst über die Planungsphase hinweggekommen ist. Stephen Levenson vom US District Courts und einer der PDF/A-Protagonisten der ersten Stunden fasste seinen Eindruck von der Veranstaltung mit den Worten zusammen: „Thank you for inviting me to the Conference. It was the best I ever attended. It was a pleasure to spend time and to get to meet you“.

Das PDF/A Competence Center auf der drupa

Mit gut 300.000 Besuchern gehört die drupa zu den größten IT-Messen auf der Welt. Diese Zahl verdankt sie nicht zuletzt ihrem internationalen Publikum, das auch aus den am weitesten entfernten Ländern dieser Erde zu diesem Ereignis angereist kommt. Nach der gelungenen PDF/A Conference in Amsterdam im April wird daher das PDF/A Competence Center ein weiteres Mal Anlaufstelle für Interessenten aus Ländern sein, mit denen es bisher noch nicht in Kontakt gekommen war.

War die drupa in der Vergangenheit fast ausschließlich vom Offsetdrucks beherrscht, so zeichnet sich seit der letzten drupa 2004 ein zunehmender Einfluss des Digitaldrucks innerhalb der Ausstellerbereiche ab. Da der Digitaldruck system- und anwendungsseitig Software-Produkte voraussetzt, war auf der letzten drupa zu sehen, wie an verschiedenen Punkten innerhalb des Ausstellungsgeländes auch Software-Anbieter anzutreffen waren. Die drupa hatte auf diesen Trend damals noch mit einem zusätzlichen Zelt inmitten des Messegeländes reagiert, dem drupa innovation parc, indem sich eine größere Zahl von Anbietern mit Software-Produkten präsentierte, noch ohne in die drupa-internen Strukturen wie dem Messekatalog und ähnlichem voll integriert zu sein.

Auf der nächsten drupa 2008 wurde dieser Integrationsschritt vollzogen: Der drupa innovation parc (dip) bekam eine eigene Halle in zentraler Lage, die Halle 7. Da sie zugleich der Eingangsbereich für den größten Teil der Messebesucher ist, wird sie für das Publikum ein Ausstellungsbereich sein, der nicht zu übersehen ist und an dem fast jeder vorbeikommt. Da die Ausstellungsfläche und Anzahl der Aussteller dabei erheblich erweitert wurde, haben die Verantwortlichen für den drupa innovation parc die gesamte Fläche in 6 themenbezogene Parcs unterteilt. Das Thema Dokumenten-Management im weiteren Sinne bekam einen eigenen Themen-Parc, dem document management parc. In diesem Parc wird das Thema PDF/A stark repräsentiert sein: Neben dem PDF/A Competence Center sind dort auch die PDF/A Competence Center Mitglieder callas, Compart und GMC mit eigenen Ständen vertreten und unterstreichen damit auch die Bedeutung dieses Formats für die Print-Media-Industrie.

Durch die thematische Ausrichtung der drupa auf die Druckausgabe ist auch der Schwerpunkt des Stands des PDF/A Competence Center vorgegeben: Hier ist nicht so sehr der Dokumenteneingangsbereich der Firmen, in dem versandte Dokumente über Scanner digitalisiert werden (Document Input Processing), Thema, sondern die PDF/A-seitige Verarbeitung von Dokumenten, die im eigenen Haus mit entsprechenden Software-Produkten erstellt oder aufbereitet werden (Document Output Processing). Wie man also dafür sorgen kann, dass die im eigenen Haus erzeugten Dokumente, bevor sie das Haus verlassen, zugleich auch für die Langzeitarchivierung im firmeninternen Archiv aufbereitet werden, wird hier vom PDF/A Competence Center schwerpunktmäßig thematisiert.

Farbig oder nur bunt?

Es gab Zeiten als man glaubte, mit den 23 Buchstaben von A bis Z, den zehn Ziffern 0 bis 9 sowie ein paar Satzzeichen, ganz prima auskommen zu können. Auch heute noch nehmen viele an, dass man für das Kodieren von Farbinformation nichts weiter braucht als drei Zahlenwerte für Rot, Grün und Blau. Beiden Ansätzen mangelt es an einem ausreichend leistungsfähigen Kodierungssystem als Referenz. Bei Buchstaben bzw. Text wird inzwischen niemand mehr die Bedeutung von Unicode anzweifeln. Im Hinblick auf Farbe scheint sich Vergleichbares noch nicht in gleichem Maße herumgesprochen haben: Was Unicode für Text ist, das hat das International Color Consortium in Gestalt der ICC-Architektur seit 1993 auf den Weg gebracht – wobei die Ursprünge hierzu auf Arbeiten der Commission International de l’Éclairage (CIE) aus der Zeit seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts zurückgehen.

Egal ob nun ICC-Profile oder (kompatible) Vorläuferkonstruktionen wie CalGray und CalRGB in PDF verwendet werden – ohne sie wäre ein RGB-Wert, nun ja, ein RGB-Wert, der von Ausgabegerät zu Ausgabegerät eine mehr oder weniger ähnliche Darstellung zeitigt. Sie kennen das aus den Unterhaltungssystemen an Bord von Flugzeugen: die einen Passagiere sehen einen ausnehmen grünlich-blassen Hauptdarsteller: wahrscheinlich ist er seekrank. Auf einem anderen Bildschirm im gleichen Flugzeug ist seine Gesichtsfarbe eher schweinchenrosa, wie während eines ausgedehnten Besäufnisses. Bei der Erarbeitung des PDF/A-Standards bestand einhellig die Auffassung, dass im Hinblick auf Farbe für ausreichend Konsistenz und Vorhersehbarkeit zu sorgen ist, weshalb nur ausreichend qualifizierte, d.h. CIE- bzw. ICC-basierte Farbangaben zulässig sind. Schließlich sind nicht nur Seekrankheit und Trunkenheit etwas Verschiedenes.

Gerade in der Office-Welt hantiert jedoch praktisch niemand ausdrücklich oder bewusst mit ICC-Profilen – ein in diesem Umfeld erstelltes PDF (sowie das zugrundeliegende Office-Dokument) verwendet daher häufig sog. DeviceRGB (ein RGB-Werte-Tripel ohne CIE- oder ICC-Bezug). Obendrein werden weder Bildschirm noch Farbdrucker in irgendeiner Weise kalibriert oder über ein passend eingestelltes ICC-Profil angesteuert – wozu also dann auch die Mühe mit einem ICC-Profil im Dokument selbst? Und überhaupt: Was tun, wenn man derartige Dokumente archivieren möchte?

Der Archivierungs-Purist müsste jetzt im Zuge des Archiverungsvorgangs nachträglich den Monitor des Dokumentenerstellers vermessen, daraus ein ICC-Profil ableiten und entsprechend in das zu archiverende PDF/A einbinden. In der Praxis ist das weder leistbar noch bezahlbar noch vernünftig. Hier ist es in der Regel vertretbar, das “mittlere Office-ICC-Profil” als ausreichend guten Stellvertreter für alle heutigen Büroumgebungen anzunehmen, und als ein solches ICC-Profil darf das frei verfügbare “sRGB”-Profil gelten. Nicht nachträglich eingebettet werden sollten Profile wie “Generic RGB”, die verschiedentlich der einen oder anderen Software beiliegen, um wenigsten irgendein ICC-Profil zur Hand zu haben, wenn sonst gar kein ICC-Profil vorhanden ist.

Wie ist es aber in anderen Bereichen wie z.B. der Medizintechnik? Hier gilt sehr wohl, dass ein digitales Röntgenbild oder ein CRT in genau in der Weise zu archivieren sind, die es gestattet, die visuelle Reproduktion farblich jederzeit ausreichend konsistent und wiederholbar vornehmen zu können. Hier sollte bereits jedes Röntgenbild und jeder CRT-Scan eine entsprechende CIE- oder ICC-basierte Information enthalten. Falls Sie sich gerade fragen, was ein “schwarz-weißes” Röntgenbild mit Farbe zu tun hat: weder schwarz noch weiß oder grau sind so farblos, wie man auf den ersten Blick annehmen mag. Oder warum gibt es schneeweiß, blütenweiß oder altweiß? Halten Sie nur einmal verschiedene Sorten “weißen” Papieres nebeneinander… Was aber gerade bei Röntgenbildern noch viel wichtiger ist, sind die Abstufungen – gleich ob ‘bunte’ Farbe oder nur Graustufeninformationen: kleinere und größere Abstufungen zwischen unterschiedlichen Farbintensitäten und Farbhelligkeiten sind fast immer in deutlich höherem Maße für das Transportieren der visuellen Information verantwortlich als “Farbe an sich”. Und das gilt nicht nur für Röntgenbilder.

In diesem Sinne: selbst bei Dokumenten wie etwa einem digital empfangenen Fax, bei denen “Farbigkeit” nun wirklich nicht ein wesentliches Dokument-Merkmal ist, fordert PDF/A Farbangaben auf der Grundlage von CIE und ICC. Das schadet dem digital empfangenen Fax nicht, und zugleich gelten einheitliche, klare und einfach umzusetzende Regeln für die Erstellung und – das wird gerne vergessen, ist aber ebenso wichtig – die Darstellung von als PDF/A archivierten Dokumenten. Sie schalten doch Unicode auch nicht deswegen ab, nur weil Sie mal einen Text haben, der wirklich nur von den Zeichen A … Z und den Ziffern 0 … 9 Gebrauch macht, oder?

 


 

PDF/A COMPETENCE CENTER MITGLIEDER VORSTELLUNG

callas software

Olaf Drümmer, Geschäftsführer callas software:

callas software ist ein PDF-Entwickler der ersten Stunde und langjähriger Partner von Adobe, dem Erfinder des PDF-Formates, bei der Entwicklung von Technologie für die Prüfung und Korrektur von PDF-Dateien. Die PDF/A-Prüfung, die Bestandteil des von callas software entwickelten Preflight-Moduls in Adobe Acrobat Professional ist, stellt in vielen Fällen die letzte Instanz bei der PDF/A-Prüfung dar.

Seine Wurzeln hat callas software in der Druckindustrie, da dort bereits in der zweiten Hälfte der 90er Jahre die Anforderung nach automatisierter Prüfung und Aufbereitung von PDF-Dateien entstand. Die umfassenden Erfahrungen aus dieser Entwicklung wurden von callas software in die internationale Normierung PDF-basierter Standards eingebracht – neben PDF/X für die Übermittlung von Druckunterlagen dann auch für den Archivierungsstandard PDF/A sowie PDF/E für den Engineering-Bereich. Derzeit ist callas software in der Normierung von PDF selbst – als ISO 32000 – sowie in PDF/VT-Standard für den Variablen Datendruck und Transaktionsdruck aktiv involviert. Die aktive Mitgliedschaft in einer Vielzahl von Organisationen und Verbänden, wie z.B. European Color Initiative, Gent PDF Workgroup, PDFX-ready, oder eben auch dem PDF/A Competence Center – ist Ausdruck unserer Selbstverständnisses, dass es wichtiger ist, heute die Welt von morgen zu gestalten als lediglich morgen über Fehlentwicklungen in der Vergangenheit zu klagen.

Die Prüf- und Korrekturtechnologie von callas software basiert auf einem konsequenten Tiefenanalyse-Ansatz, bei dem ein PDF inklusive aller enthaltenen Daten – wie z.B. Fonts oder ICC-Profilen – stets vollständig untersucht wird. Nur so lässt sich feststellen, ob ein PDF erfolgreich verarbeitet werden kann oder mit einem ISO-Standard wie PDF/A vollständig konform ist. Neben der Tiefe der PDF-Prüfung sind die außerordentlich hohe Performance sowie die Verfügbarkeit für die wichtigsten Hardware-Plattformen entscheidende Merkmale der PDF-Technologie von callas software.

Neben Adobe zählen auch Unternehmen wie Xerox, HP , Mitsubishi oder Quark sowie zahlreiche Hersteller von DMS- und Archvierungs-Lösungen zu den Technologie-Kunden von callas software. Unsere Produkte – insbesondere pdfaPilot und pdfToolbox – finden sich immer dort, wo Kunden großen Wert auf Zuverlässigkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit und flexible Integrierbarkeit legen.

Weitere Informationen zu callas software

 


 

EVENTS:

drupa vom 29. Mai bis 11. Juni 2008 in Düsseldorf

Alle vier Jahre findet in Düsseldorf die Print Media Messe drupa statt. Vom 29. Mai bis 11. Juni 2008 werden in den Messehallen am Rheinufer 1800 Aussteller aus 50 Ländern erwartet. In der Halle 7 wird im drupa innovation parc – kurz dip – das PDF/A Competence Center über Neuheiten rund um das Thema Langzeitarchivierung mit PDF informieren.

www.drupa.de

97. Deutscher Bibliothekartag vom 3. bis 6. Juni 2008 in Mannheim

Das PDF/A Competence Center wird mit einem kleinen Stand auf dem Deutschen Bibliothekartag vom 3. bis 6. Juni 2008 in Mannheim vertreten sein. Weitere Informationen zum Event finden Sie unter:

www.bibliothekartag2008.de

IS&T veranstaltet “Archiving 2008″ in Bern vom 24. bis 28. Juni

Die IS&T Archiving Conference findet vom 24. bis 28. Juni 2008 in der Schweiz in Bern statt und richtet sich an Imaging-Einsteiger und Spezialisten in den Bereichen Bibliotheken, Archivwesen, Records Management und IT. Im Mittelpunkt stehen die Themen Digitale Archivierung und Erhaltung, Konzepte und technische Lösungen. Am 24. Juni wird ein Half-Day Tutorial von Leonard Rosenthol, Adobe Systems Inc. zum Thema PDF/A angeboten. Mehr zur Konferenz finden Sie auf der Website des Veranstalters:

www.imaging.org

NEUE MITGLIEDER IM PDF/A COMPETENCE CENTER

  • IFIN Sistemi, Italien
  • Spigraph, Frankreich
  • Imaging Systems d.o.o, Slowenien
  • Livnara Consulting, Niederlande
  • TallComponents, Niederlande
  • Docuplus Ltd., Großbritannien
  • Delta ECM Aps, Dänemark

 


 

Über das PDF/A Competence Center

Das PDF/A Competence Center wurde 2006 als internationaler Verband gegründet. Ziel des Verbandes ist die Förderung des Informations- und Erfahrungsaustausches auf dem Gebiet der Langzeitarchivierung gemäß ISO 19005: PDF/A. Der Vorstand setzt sich aus Führungskräften der Unternehmen callas software GmbH, Compart Systemhaus GmbH, intarsys consulting GmbH, LuraTech Europe GmbH, PDF Tools AG (CH) und der PDFlib GmbH zusammen. Innerhalb von einem Jahr traten über fünfzig Unternehmen aus mehr als zwölf Ländern dem PDF/A Competence Center als Mitglied bei. Vorstandsvorsitzender ist Thomas Zellmann, Gesellschafter der LuraTech. Hans Bärfuss, CEO der PDF Tools AG, Schweiz ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

Kontakt

PDF/A Competence Center
c/o LuraTech Europe GmbH
Thomas Zellmann
Kantstr. 21
D-10623 Berlin

Telefon: +49 30 39 40 50 – 0
Telefax: +49 39 40 50 – 99

info@pdfa.org
www.pdfa.org

About PDF Association

Founded in 2006 as the PDF/A Competence Center, the PDF Association exists to promote the adoption and implementation of International Standards for PDF technology.

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